Aufgeweckte Comic-Kids in der Wecker-Ausstellung

Wie lassen sich Kinder heute wecken? Vom Smartphone? Von den Eltern? Hat der klassische Wecker wirklich ausgedient bei der Generation Wisch und Klick? Das Deutsche Uhrenmuseum wollte es ganz genau wissen. Was daraus entstanden ist, hat sowohl Kindern wie Museumsmitarbeitern Spaß gemacht.

Wecken ist das Thema der aktuellen Sonderausstellung im Deutschen Uhrenmuseum. Zu sehen ist nicht nur die unbeliebte Uhr und ihr verändertes Aussehen durch die Jahrhunderte hinweg durch, sondern es wird auch gezeigt, wer sich wann wie wecken ließ. Wer besaß in früheren Zeiten einen Wecker, und wie sah dieser aus? Um dies herauszufinden, wurde in der sogenannten Weltliteratur recherchiert. In fünf Romanen wurden die Kuratoren fündig: Giacomo Casanova „Die Geschichte meines Lebens“, Emile Zola „Die Bestie Mensch“, Richard Wright „Native Son“, Agatha Christie „Der letzte Joker“ und George Orwell „1984“. Der Schweizer Zeichner Luca Bartulovic hat die kurzen Szenen, in denen ein Wecker eine Rolle spielt, in Comics umgewandelt, die teilweise wandhoch die Ausstellung bebildern.

So sehen die Besucher neben den Originalen auch die dazu passenden Menschen: den reichen Casanova im schillernden 18. Jahrhundert, den armen „Native Son“ Bigger Thomas aus den Chicagoer Slums der 1920er Jahre bis hin zur düsteren Zukunftsvision von George Orwell, die erschreckend realitätsnah ist.

Und die Kinder heute? Wie lassen sie sich wecken? Um das herauszufinden, wurden die Schüler der Klasse 4a und der Kunst-AG der Anne-Frank-Schule aus Furtwangen ins Deutsche Uhrenmuseum eingeladen. Dort erhielten sie eine Führung durch die Sonderausstellung und durften an den verschiedenen Vitrinen hören, wie die Wecker in vergangenen Zeiten geklungen haben. Anschließend ging es ans Werk. Die Kinder stellten in Bildergeschichten dar, wie sie sich heute wecken lassen und wie ihr Wecker aussieht.

Am 24. Juli 2017 wurde das Ergebnis Eltern und Mitarbeitern im Deutschen Uhrenmuseum präsentiert. Und es gab einiges zu entdecken: Die Geschichten wie die Weckmethoden sind ganz unterschiedlich. Ein Mädchen erzählte, sie lasse sich von ihren Meerschweinchen wecken. Doch offenbar pfeifen die Nagetiere nicht immer früh genug. Und so kann es schon einmal vorkommen, dass die Kleine zu spät zur Schule kommt.

Das Smartphone ist natürlich als Wecker längst anerkannt. Vorteil: Die Kinder können ihre Lieblingsmelodie auswählen, um sich aus dem Land der Träume in die Realität zurückholen zu lassen. In bunten Bildern wurden mit viel Herzblut und Liebe zum Detail das Wecken und der Wecker dargestellt. Manche Eltern schmunzelten, wenn sie sich selbst in der Geschichte wiederentdeckten. Mama oder  Papa sind wohl nach wie vor die sicherste Garantie, dass die Sprösslinge zeitig das Bett verlassen. Und wie sorgen die Eltern dafür, dass sie morgens nicht verschlafen? Da dürfte wohl wieder ein Wecker im Spiel sein.

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