Zweimal Deutsches Uhrenmuseum?


Noch bis 19. November 2017 ist das Deutsche Uhrenmuseum Furtwangen im sächsischen Glashütte zu Gast – denn auch dort gibt es ein „Deutsches Uhrenmuseum“. Unter dem Titel: „Gleicher Name – andere Tradition“ ist eine kleine, feine Auswahl an Produkten der Schwarzwälder Uhrenindustrie zu sehen. 

Gleicher Name – andere Tradition

Auf den regen Kontakt und Austausch zwischen den Uhrmacherzentren verweisen Taschenuhren von Jess Hans Martens und Georg Wessel, die neben Exponaten der Großherzoglich-Badischen Uhrmacherschule Furtwangen stehen. Ein fliegendes Tourbillon nach Alfred Helwig, dem berühmten Glashütter Uhrmacher, gefertigt von Hans Köhsl an der Uhrmacherschule in Furtwangen, sei hier beispielhaft erwähnt. Natürlich dürfen die Großuhren nicht fehlen. Auch die berühmte Schwarzwälder Kuckucksuhr kann man hier alle halbe und volle Stunde rufen hören.

 

Wie kam es dazu? Hier gibt Museumsleiter Reinhard Reichel Auskunft: „Das Deutsche Uhrenmuseum Glashütte gibt themenverwandten Kultureinrichtungen die Möglichkeit, sich im Foyer des Museums mit einer Sammlungsschau zu präsentieren. Die Glashütter sind sehr erfreut, dass der Namensvetter ihrer Einrichtung – das Deutsche Uhrenmuseum in Furtwangen – als renommierte deutsche Einrichtung für allgemeine Uhrengeschichte dieser Einladung als erste Kultureinrichtung folgt.“

Zweimal Deutsches Uhrenmuseum?

Tatsächlich gibt es zwei „Deutsche“ Uhrenmuseen.
Die Sammlung des „Deutschen Uhrenmuseums“ in Furtwangen existiert seit 1852 – sie wurde angelegt von Robert Gerwig, dem ersten Direktor der 1850 gegründeten Uhrmacherschule – als Leistungsschau der Schwarzwälder Uhrenfertigung. Mittlerweile ist die Furtwanger Sammlung mit rund 8.000 Zeitmessern die umfangreichste in Deutschland. Deshalb wurde sie 1978 in Deutsches Uhrenmuseum umbenannt.

Das „Deutsche Uhrenmuseum Glashütte“ befindet sich im Gebäude der ehemaligen „Deutschen Uhrmacherschule Glashütte“, gegründet 1878 von Moritz Großmann. Auf diesem historischen Boden wurde 2008 das Museum eröffnet. Auf 2 Stockwerken und 1000m² Ausstellungsfläche werden mehr als 500 einmalige Exponate präsentiert und multimedial erlebbar gemacht: Glashütter Taschen- und Armbanduhren verschiedener Epochen, Marine-Chronometer, historische Urkunden, Werkzeuge sowie Fotografien werden kunstvoll in Szene gesetzt.

Eine Besichtigung der Sonderausstellung ist bis zum 19. November 2017, täglich zwischen 10 und 17 Uhr, im Foyer des Uhrenmuseums Glashütte möglich.   www.uhrenmuseum-glashuette.com

 

2 Kommentare zu „Zweimal Deutsches Uhrenmuseum?

  1. Hallo Herr Löbbecke, vielen Dank für Ihren Kommentar!
    Hierzu einige Anmerkungen:
    1. Das Deutsche Uhrenmuseum Glashütte ist kein Firmenmuseum, sondern eine gemeinnützige Stiftung, die getragen wird von einer Uhrenfirma und der Stadt Glashütte. Auf der Website der Stiftung heißt es: „Die gemeinnützige Stiftung „Deutsches Uhrenmuseum Glashütte – Nicolas G. Hayek“ wurde am 16. März 2006 von der Stadt Glashütte und der Uhrenmanufaktur Glashütte Original ins Leben gerufen. Die Stiftung fördert Kunst und Kultur, Wissenschaft und Forschung sowie Bildung im Bereich des Uhrmacherhandwerks.“
    2. Im Vorfeld der Stiftungsgründung wurden wir in Furtwangen davon in Kenntnis gesetzt, dass das Museum in Glashütte ebenfalls den Namen „Deutsches Uhrenmuseum“ tragen möchte. Wir waren darüber ebenso verwundert wie Sie. Da die Wortkombination „Deutsches Uhrenmuseum“ nicht geschützt ist (und auch nicht geschützt werden kann), wäre eine rechtliche Auseinandersetzung über den Namen wohl nicht erfolgreich gewesen. Diese Auseinandersetzung wollte das Museum aber gar nicht – im Gegenteil: Wie die gemeinsame Ausstellung zeigt, sind wir dem „Deutschen Uhrenmuseum“ in Glashütte seit jeher freundschaftlich verbunden. Wir arbeiten gemeinsam daran, das Erbe der Uhrenherstellung in Deutschland zu bewahren. Und da ist es egal, ob es das „Deutsche Uhrenmuseum“ nun einmal oder zweimal gibt.

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