Als Volontärin im Deutschen Uhrenmuseum

Das Deutsche Uhrenmuseum (rechts) und ein Hochschulgebäude (links) bei Sonnenaufgang.

Seit etwas mehr als einem Monat bin ich nun hier im Deutschen Uhrenmuseum in Furtwangen als Volontärin beschäftigt. In den letzten Wochen wurden mir von Freunden und Bekannten immer wieder drei Fragen gestellt, die sinngemäß lauten: „Was ist ein Volontariat?“, „Was machst du da?“ und „Ist ein Uhrenmuseum nicht irgendwie langweilig?“ Dies sind meine Antworten:

Dies ist ein Beitrag unsererVolontärin Isabelle Zink. Herzlichen Dank dafür! – Anm. d. Red.

„Ein Volontariat – was ist das eigentlich?“

Meine mittlerweile routinemäßige Antwort darauf lautet: So etwas ähnliches wie ein Referendariat in der Schule, aber im Museum – also eine praktische Aus- bzw. Weiterbildung nach dem Studium.

Bei einem Volontariat geht es darum, möglichst vielfältige Einblicke in die Museumsarbeit zu erhalten. Dazu gehören die Kernaufgaben eines Museums: Sammeln, Bewahren, Dokumentieren und Forschen sowie Ausstellen und Vermitteln. Ergänzt werden diese klassischen Arbeitsgebiete zum Beispiel durch die Mitarbeit in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit oder im Museumsmanagement.

Wer sich weiter über Volontariate in Museen informieren will, kann das zum Beispiel auf dem Blog der museumsvolos oder auf der Homepage des Deutschen Museumsbunds.

„Und was machst du da so konkret?“

Das „Objekt des Monats“ wird aufgebaut.

Bevor ich etwas „konkret“ machen kann, heißt es hinschauen, lesen, fragen, zuhören. Sobald die wichtigsten inhaltlichen Fragen geklärt sind (natürlich tauchen immer wieder neue auf), kann es los gehen. Dann führe ich zum Beispiel Besucherinnen und Besucher durch das Museum oder schreibe Blog-Artikel. Außerdem gehört es zu meinen Aufgaben, jeden Monat ein besonderes Objekt, das nicht in der Dauerausstellung zu sehen ist, zu präsentieren: Das „Objekt des Monats“. Dann heißt es auswählen, inszenieren, texten und bloggen. Auch an der nächsten Sonderausstellung werde ich mitarbeiten – das Thema wird aber noch nicht verraten.

Spannend: Das Innere einer Kuckucksuhr.

Neben diesen Aufgaben gibt es auch immer wieder einmalige Events. Zum Beispiel waren ein Kollege und ich am 4. November zu Gast beim „Entdeckertag“ im Schwarzwaldhaus der Sinne in Grafenhausen. Dort haben wir nicht nur das Museum vorgestellt, sondern kleinen und großen Besucherinnen und Besuchern auch gezeigt, wie die Töne in einer Kuckucksuhr erzeugt werden. Außerdem entstanden mit den Kindern viele hübsche Kuckucksflöten an unserem Basteltisch, der allen offen stand.

„Uhrenmuseum? Ist das nicht irgendwie langweilig?“

Gegenfragen: Seit wann gibt es eigentlich mechanische Uhren? Was ist eine Hemmung? Wie kommt der Kuckuck in die Uhr? Was hat die Eisenbahn mit Zeitzonen zu tun? Wie funktioniert eine Atomuhr? Was ist ein Knödelesser?

Eine der beliebtesten Uhren im Museum: Der Knödelesser (Detailaufnahme der Figur).

Kommen Amerikaneruhren immer aus Amerika? Welche Einflüsse hatten Veränderungen der Zeitmessung auf Gesellschaften? Diese Liste könnte ich problemlos erweitern.

Und wie man an den ganz vielfältigen Fragen bemerken kann: Nein, hier ist es nicht langweilig! Es gibt ständig neue Fragen, auf die man stoßen, und verschiedene Schwerpunkte, für die man sich interessieren kann. Und genau das ist spannend, sowohl für mich als Volontärin wie auch für viele Besucherinnen und Besucher.

So freue ich mich darauf, in den nächsten zwei Jahren immer wieder Neues zu entdecken, und bin gespannt, ob ich am Ende des Volontariats eine Antwort auf eine Frage gefunden habe, die mir seit meinem ersten Arbeitstag im Kopf herum schwirrt: Was ist eigentlich Zeit?

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